Die Bundesregierung präsentiert den Haushaltsentwurf 2027 als Investition in Sicherheit und Zukunft. Viele Beobachter sehen jedoch vor allem Rekordschulden, neue Steuern und Einschnitte bei Sozialleistungen. Statt spürbarer Entlastung für die Bürger droht am Ende eine höhere Rechnung. Der Kernhaushalt sieht Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro vor, deutlich mehr als die 524,5 Milliarden Euro im Jahr 2026. Die Nettokreditaufnahme beträgt 118,7 Milliarden Euro. Inklusive aller Sonderschulden ergibt sich eine Gesamt-Neuverschuldung von rund 200 Milliarden Euro für 2027. Bis 2030 soll dieser Wert auf bis zu 219,5 Milliarden Euro pro Jahr steigen.
Ein großer Brocken ist die Verteidigung mit 109,7 Milliarden Euro im Kernhaushalt, die bis 2030 auf 183,7 Milliarden Euro steigen soll, um die NATO-Quote von 3,5 Prozent des BIP zu erreichen. Hinzu kommen allein 11,6 Milliarden Euro Militärhilfe für die Ukraine im Jahr 2027, danach etwa 8,5 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Hilfen werden größtenteils über neue Schulden finanziert.
Um die Finanzierungslücken zu schließen, plant die Regierung neue Einnahmen durch eine Plastiksteuer von etwa einer Milliarde Euro und die Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer um rund 1,2 Milliarden Euro. Dazu kommt die Abschaffung der Ein-Jahres-Haltefrist bei Kryptowerten. Gleichzeitig werden Einsparungen vorgenommen, darunter Kürzungen beim Bundeszuschuss zur Rentenversicherung um drei Milliarden Euro, zur Krankenversicherung um 1,8 Milliarden Euro, beim Wohngeld um 0,9 Milliarden Euro und beim Elterngeld um 0,5 Milliarden Euro

Was bedeutet das konkret für die Bürger? Viele Menschen spüren bereits jetzt, dass das Geld knapp wird. Die Kürzungen beim Bundeszuschuss zur Rente bedeuten langfristig weniger Spielraum für die Rentenversicherung. Das kann zu geringeren Rentenerhöhungen oder höheren Beiträgen führen – gerade zu einem Zeitpunkt, in dem viele Rentner und zukünftige Rentner ohnehin mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen und sich das Leben immer schwerer leisten können. Zusätzlich drohen höhere Preise bei Alltagsprodukten durch die neuen Verbrauchssteuern. Während der Staat Milliarden für Verteidigung und internationale Hilfen ausgibt, wird an vielen Stellen bei den eigenen Bürgern gespart. Die Folge: Viele Haushalte fühlen sich doppelt belastet – durch höhere Kosten heute und noch mehr Schulden für morgen.