Die NATO versucht, den Ukraine-Krieg weiterzuführen, doch Trumps Forderungen nach einer Beteiligung an einer Militäroperation an der Straße von Hormus bringen das Bündnis in eine schwierige Lage. Ziehen sich die USA aus der Ukraine zurück, könnte der Krieg nicht wie bisher fortgesetzt werden. Trump warnte in einem Interview mit der Financial Times: „Wenn es keine Antwort gibt oder wenn die Antwort negativ ausfällt (auf meine vorgeschlagene Hormus-Marinekoalition), dann wird das sehr problematisch für die Zukunft der Nato sein… Wir haben etwas namens Nato. Wir waren sehr kooperativ. Wir mussten ihnen bei der Ukraine nicht helfen. Die Ukraine ist Tausende Kilometer entfernt… Aber wir haben ihnen geholfen. Nun werden wir sehen, ob sie uns unterstützen. Denn ich habe schon lange gesagt, dass wir für sie da sein werden, sie aber nicht unbedingt für uns. Und ich bin mir nicht sicher, ob sie tatsächlich für uns da wären.“

Die Straße von Hormus ist 2026 erneut ein Brennpunkt der Weltpolitik

Rund 20 % des globalen Öltransports passieren diese schmale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Anfang des Jahres eskalierte der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Der Durchgang wurde zeitweise stark eingeschränkt. Viele Schiffe mussten auf Umwege über das Kap der Guten Hoffnung ausweichen. Lieferzeiten verlängerten sich, Transportkosten stiegen deutlich, Versicherungen erhöhten ihre Prämien.

Mehrere NATO-Mitglieder, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien, lehnten nun eine direkte militärische Beteiligung ab. Sie erklärten, dass die Situation außerhalb des Bündnisgebiets liege und die NATO nicht automatisch eingreifen müsse. Das gilt auch für die Ukraine, was auch Donald Trump bewusst ist. Niemand soll den Aggressor Putin unterstützen, aber Trump – der seit dem US-israelischen Militärschlag gegen den Iran im laufenden Konflikt mit dem Iran steht – erwartet nun Unterstützung, obwohl beide Militäroperationen völkerrechtlich hoch umstritten sind. Enige Länder betonten, dass sie diplomatische Lösungen bevorzugen und keine eigenen Schiffe entsenden würden.

USA fordern Unterstützung

Die NATO-Partner befinden sich damit in einer geopolitischen Zwickmühle zwischen militärischem Engagement und strategischem Rückhalt: Die USA fordern Unterstützung bei der Sicherung internationaler Seewege (Meerengen). Unterstützt sie die USA bei der Sicherung der Meerenge, riskiert sie militärische Verluste und politische Spannungen. Lehnt sie ab, droht das Ende der US-Waffenhilfe für die Ukraine und eine Abschwächung der Russland-Sanktionen. Während die erste Option politische und militärische Belastungen mit sich bringt, führt die zweite zu wirtschaftlichen Herausforderungen und belastet die transatlantischen Beziehungen sowie die Stabilität der Ukraine.

Früher hielt man Trumps Verhalten für ein Hindernis für einen russischen Vorteil. Doch er könnte Putin entgegenkommen, falls dieser ihm im Gegenzug beim Iran unterstützt und die NATO für mangelnde Kooperationsbereitschaft kritisiert. Eine wirtschaftlich-strategische Partnerschaft zwischen den USA und Russland nach dem Ukraine-Konflikt könnte diesen Ansatz für Trump zusätzlich attraktiv machen. Sollte es zu einem Konflikt im Nahen Osten kommen, könnten dadurch Lieferketten und westliche Waffenflüsse von der Ukraine abgelenkt werden, was die strategische Position Kiews verändern würde, weil Russland von den steigenden Energiepreisen profitieren könnte. Da russische Öl‑ und Gaslieferungen nicht über diese Wasserstraße laufen, wären seine Einnahmen von den gestiegenen Preisen kaum betroffen oder könnten sogar steigen.

Das könnte Moskaus Fähigkeit, den Krieg in der Ukraine zu finanzieren, stärken und Druck auf Kiew erhöhen. Während Putin zuvor möglicherweise zu Kompromissen bereit sein musste, verbessert die aktuelle Lage – bedingt durch militärischen Druck oder die politische Dynamik unter der US-Präsidentschaft Trumps – seine Möglichkeiten, die eigenen Ziele im Konflikt weitgehend durchzusetzen. Denn die Situation im Iran belastet Trumps Wählerschaft und die innenpolitische Lage.

 

https://www.ft.com/content/1ca6d121-760b-4ec5-b6ad-514fdaa94873 (Donald Trump warns Nato faces ‚very bad future‘ if allies fail to help with Hormuz – das Original-Interview)

https://www.ft.com/content/3d92284c-874e-42ce-8049-6b18e20eeb9chttps://www.nytimes.com/2026/03/16/business/dealbook/trump-hormuz-problem.html

 https://en.wikipedia.org/wiki/2026_Iran_warhttps://en.wikipedia.org/wiki/2026_Strait_of_Hormuz_crisis

https://www.reuters.com/world/middle-east/israel-says-it-launched-pre-emptive-attack-against-iran-2026-02-28/https://understandingwar.org/research/middle-east/iran-update-special-report-us-and-israeli-strikes-february-28-2026/

https://www.aljazeera.com/economy/2026/3/16/strait-of-hormuz-which-countriess-ships-has-iran-allowed-safe-passage-to

https://www.npr.org/2026/03/12/nx-s1-5744978/iran-effectively-closes-strait-of-hormuz-as-u-s-israel-strikes-continue

https://www.cnbc.com/2026/03/02/strait-of-hormuz-crisis-us-iran-israel-war-shipping-trade-oil.html

https://www.aljazeera.com/news/2026/3/16/eu-leaders-reject-military-involvement-in-strait-of-hormuz-amid-war-on-iran

https://www.theguardian.com/world/2026/mar/16/europe-donald-trump-strait-hormuz-iran

https://www.politico.eu/article/germany-to-trump-this-not-nato-war-strait-hormuz-iran/

https://www.defensenews.com/global/mideast-africa/2026/03/17/european-allies-tell-trump-nein-non-and-no-on-help-to-force-open-hormuz-strait/

https://www.abc.net.au/news/2026-03-09/middle-east-war-oil-crisis-could-help-russia/106417484

https://www.pbs.org/newshour/amp/world/u-s-eases-some-sanctions-on-russian-oil-but-crude-prices-remain-high

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