Mitten im Oldenburger Münsterland liegt ein Ort, der Vergangenheit nicht nur bewahrt, sondern erlebbar macht. Das Museumsdorf Cloppenburg, gegründet im Jahr 1934, war das erste Freilichtmuseum seiner Art in Deutschland. Es zählt zu den bedeutendsten Freilichtmuseen Mitteleuropas. Auf rund 25 Hektar zeigt es anschaulich, wie Menschen in Nordwestdeutschland vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart gelebt, gearbeitet und gewirtschaftet haben. Mit über 60 originalen Gebäuden, traditionellen Handwerkstechniken, alten Haustierrassen und historischen Pflanzen vermittelt das Museum ein lebendiges Bild vom ländlichen Alltag vergangener Jahrhunderte. Dabei stehen nicht nur das Bauen und Wohnen im Mittelpunkt, sondern auch das soziale Miteinander, das Feiern von Festen und die Veränderung ländlicher Lebenswelten bis in unsere Zeit. Als forschendes und vermittelndes Museum ist das Museumsdorf zugleich ein Ort der Erinnerung, des Lernens und der kulturellen Begegnung. Was einst als visionäres Projekt begann, ist heute ein lebendiges Dorf mit über 60 originalen historischen Gebäuden, liebevoll restauriert und eingebettet in eine Landschaft wie aus einer anderen Zeit.
Wer das Museumsdorf betritt, verlässt den Alltag und taucht ein in eine Welt, in der sich das Rad der Zeit ein wenig langsamer dreht. Zwischen Fachwerkhäusern, Mühlen, Werkstätten und Bauerngärten wird Geschichte greifbar, und auch der Herbst zeigt sich von seiner goldenen Seite. In wenigen Wochen, wenn sich das Laub in warmen Farben zeigt und Erntedank gefeiert wird, steht im Museumsdorf ein weiteres herbstliches Highlight an: „MAHLZEIT – Ernten und Essen“.
Am Erntedanksonntag erleben Besucherinnen und Besucher das Dorf als lebendigen Marktplatz regionaler Kultur und Kulinarik. Von der ökumenischen Andacht beim historischen Hof Quatmann über alte Handwerkstraditionen bis hin zur Mostaktion mit frisch gepflückten Äpfeln aus den museumseigenen Gärten – überall im Dorf gibt es etwas zu sehen, zu schmecken oder mitzumachen, z. B. beim Steckenpferdrennen oder der Ernterallye.
Historische Traktoren und landwirtschaftliche Geräte erzählen von vergangener Erntearbeit, während drinnen in den Stuben und Küchen traditionelle Hausmannskost serviert wird. Im Dorfkrug duftet es nach Eintöpfen, und aus den alten Backhäusern kommt frisch gebackenes Brot – warm, knusprig und nach alten Rezepten gebacken. Der Markt lädt mit handverlesenen Produkten aus der Region zum Schauen, Probieren und Einkaufen ein – von feinen Kräutern über Käse und Honig bis hin zu Raritäten aus kleinen Manufakturen. Kinder können Äpfel ernten, spielen und die Mühle in Aktion erleben – und wer sich für alte Sorten interessiert, findet bei der Saatguttauschbörse Gelegenheit, eigenes Saatgut mitzubringen oder gegen eine Spende Schätze aus den Museumsgärten zu erwerben.Es ist ein Tag, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinandergreifen. Ein Tag, an dem man spürt, wie reich eine Region sein kann – an Geschmack, Erinnerungen und Geschichte.
Am ersten und zweiten Adventwochenende klingt das Museumsjahr mit dem Nikolausmarkt aus. Über 100 Ausstellerinnen und Aussteller bieten Kunsthandwerkliches in den historischen Gebäuden an, einige der Handwerker*innen führen vor, wie ihre Produkte hergestellt werden.
Öffnungszeiten: März bis Oktober 9 – 18 Uhr; November bis Februar 9 – 16.30 Uhr; täglich geöffnet außer Heiligabend und Silvester.