In manchen Regionen Deutschlands, wo grüne Wiesen und Windräder das Landschaftsbild prägen, berichten immer mehr Anwohner von nächtlichem Unwohlsein: Schlafstörungen, Herzrasen, Schwindel und anhaltender Erschöpfung. Viele bringen dies mit dem tieffrequenten Infraschall der Anlagen in Verbindung – jenem unhörbaren Vibrieren, das Wände durchdringt und weit reicht.
Eine Studie der Universitätsmedizin Mainz gibt der Debatte neue Nahrung. Auf dem 132. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) im April 2026 präsentierten Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl und Oliver Dietz ein Poster. Sie verglichen zwei ähnliche Gebiete im Kreis Paderborn: zwei Gemeinden mit 224 Windrädern (533 MW) und zwei mit nur 8 Anlagen (14 MW). Alter, Geschlecht und Einkommen waren vergleichbar.
Das Ergebnis: In den windstarken Gemeinden war die Neuerkrankungsrate bei Herzinsuffizienz und bestimmten Rhythmusstörungen signifikant höher – teilweise um 20 bis 68 Prozent. Die Daten stammen von der Kassenärztlichen Vereinigung und wurden verblindet ausgewertet. Frühere Laborversuche derselben Gruppe hatten gezeigt, dass sehr starker Infraschall Herzmuskelzellen in der Petrischale beeinflusst. Für Regionen wie das Emsland, Ostfriesland, Niederlande mit hoher Windrad-Dichte ist das besonders relevant. In der flachen Landschaft breitet sich tieffrequenter Schall sehr gut aus.
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Warum wird dieses Thema relativ wenig öffentlich diskutiert?

Windkraft gilt als zentrale Säule der Energiewende und des Klimaschutzes. Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen passen schlecht zum vorherrschenden positiven Bild. Gleichzeitig betont der bisherige wissenschaftliche Konsens, dass die realen Infraschall-Pegel in Wohnabständen in der Regel zu niedrig für direkte gesundheitliche Schäden sind. Die Mainzer Arbeit liefert nun aber erste  Hinweis, die weitere, methodisch stärkere Studien nötig macht. Auch im Meer wirkt tieffrequenter Infraschall. Er stört die Lautsphäre der Ozeane und kann bei Fischen und anderen Meerestieren Verhaltensänderungen, Stress, Hörschäden und Reproduktionsprobleme verursachen. Hier ist die Evidenz für negative Effekte mittlerweile deutlich, auch wenn noch Forschungsbedarf besteht.

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