Ein außergewöhnlich heftiger Wintersturm hat die USA heimgesucht und mindestens 42 Todesopfer gefordert. Weite Teile des Landes wurden durch massiven Schneefall, Eisglätte und extreme Rekordkälte zum Stillstand gebracht. Besonders im Süden mussten nach dem Abzug des Sturms Hunderttausende Menschen weiterhin ohne Strom und Heizung auskommen, während die Temperaturen auf einem gefährlich niedrigen Niveau verharrten. Eine Kältewelle hat die Welt in den Griff. Wie passt zur Klimadiskussion und hat es damit überhaupt etwas damit zu tun? Ein Blick auf die Bewegung der Sonne im Sonnensystem wirft eine interessante Frage auf.
Die Sonne steht nicht fest wie in der Mitte unseres Sonnensystems. Sie bewegt sich langsam um einen Punkt, den man Baryzentrum nennt – das ist einfach der gemeinsame Schwerpunkt von Sonne und allen Planeten zusammen. Vor allem der riesige Jupiter und Saturn ziehen die Sonne durch ihre Schwerkraft hin und her. Das hat schon Isaac Newton vor über 300 Jahren beschrieben. Dadurch ändert sich der Abstand zwischen Sonne und Erde ganz leicht: Mal ist die Erde ein paar Millionen Kilometer näher dran, mal weiter weg. Das klingt nach wenig bei 150 Millionen Kilometern Entfernung, da aber die Sonnenwärme mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt, schwankt die Energie, die bei uns ankommt. Über viele Jahre oder Jahrhunderte wird das allerdings spürbar.
Genau das soll einen großen, langsamen Rhythmus antreiben, den man Hallstatt-Zyklus nennt. Der dauert ungefähr 2200 bis 2600 Jahre. Forscher haben alte Gletscher in aller Welt untersucht: In Nordamerika, Grönland, Europa, Neuseeland, Südamerika – überall wuchsen die Gletscher oder zogen sich zurück, und das immer fast gleichzeitig, alle 2200–2600 Jahre. Das passt zu alten Aufzeichnungen von Sonnenflecken, Polarlichtern und winzigen radioaktiven Teilchen in Eis und Baumringen. Die zeigen: Wenn die Sonne in bestimmten Phasen weniger aktiv ist und weiter weg steht, kommt mehr Strahlung aus dem Weltall durch (kosmische Strahlen). Dadurch entstehen mehr Wolken in der Atmosphäre. Mehr Wolken spiegeln mehr Sonnenlicht zurück ins All – die Erde wird kühler. Manche Forscher sehen hier einen Zusammenhang mit langfristigen Planetenkonstellationen und Sonnenaktivität – andere halten das für Zufall oder überlagert durch andere Faktoren.
Beispiele aus der Geschichte
Umgekehrt bei aktiverer, näherer Sonne: Desto weniger Wolken, desto mehr Wärme unten auf der Erde. Das erklärt viele große Klimaveränderungen der letzten 13.000 Jahre – Beispiele aus der Geschichte sind die Kleine Eiszeit (rund 1650–1700): frühere Kältephasen vor 2400 Jahren in denen Gletscher wuchsen und warme Zeiten dazwischen: Wie die Römerzeit oder das Mittelalter, wo es in England Wein gab und Wikinger Grönland besiedelten. Und hier kommen der Schwabe-Zyklus ins Spiel.
Im Oktober 2024 verkündeten NASA und NOAA etwas, das viele kaum beachtet haben: Das solare Maximum des 11-jährigen Schwabe-Zyklus Nr. 25 ist erreicht. Die Sonnenflecken, diese brodelnden magnetischen Stürme auf der Oberfläche unseres Sterns, haben ihren Höhepunkt überschritten. Die Aktivität der Sonne nimmt nun – langsam, aber unaufhaltsam – wieder ab. Weniger Sonnenwind, mehr kosmische Strahlung, die in die Erdatmosphäre dringt. Manche Wissenschaftler assoziieren genau diese Phasenübergänge mit Wolkenbildung, höherer Albedo und letztlich Abkühlungstendenzen auf unserem Planeten. Das Maximum 2024/25 war sehr sichtbar – Polarlichter waren bis weit in den Süden zu sehen, Satelliten waren Belastungen ausgesetzt und Stromnetze waren in Alarmbereitschaft.
Doch jetzt beginnt die absteigende Phase des Zyklus
Nun im Winter 2025/26 tritt in vielen Regionen der Nordhalbkugel eine starke Kältephase ein. In den USA zieht ein starker Sturm quer über den Kontinent, von Arkansas bis New England. New York City erlebt einen der schneereichsten Tage seit Jahrzehnten, Mississippi den schlimmsten Eissturm seit 1994. Über 12.000 Flüge fallen aus, halbe Millionen Schulkinder bleiben zu Hause, Hunderttausende Haushalte sitzen im Dunkeln. Die arktische Luft bleibt hartnäckig liegen – von Montana bis Florida reichen die Kältewarnungen. Gleichzeitig gibt es in Moskau die heftigsten Schneefälle seit über 200 Jahren. In Niederösterreich frieren Wasserleitungen ein, auf dem Balkan fällt früher Schnee als je zuvor, und selbst im Oktober gab es schon Minusgrade in Mitteleuropa.
Die einen sagen: Das ist genau das, was nach einem starken solaren Maximum kommt– eine Abkühlungsphase von vielleicht 30–50 Jahren, getrieben von Sonne und Ozeanzyklen. Die Sonne hat 2024 ihren Zenit erreicht, jetzt zieht sie sich zurück. Kosmische Strahlung steigt, Wolken werden dichter, die Erde reflektiert mehr Sonnenlicht, somit kommt weniger Wärme unten an. Russland und einige andere Länder stellen sich offenbar auf ein kälteres Klima ein. „Experten sind sich uneinig darüber, wie sich die Klimasituation auf dem Planeten und in der Arktis in Zukunft verändern wird – und darüber, ob wir tatsächlich mit einer globalen Erwärmung konfrontiert sind oder, wie manche glauben, der Höhepunkt der Erwärmung bereits hinter uns liegt und nun eine Abkühlung folgen wird“, sagte der russische Staatschef Putin bei einem Treffen mit Studenten des Moskauer Instituts für Physik und Technologie (MIPT).
Sonnenaktivität und deren Einfluss auf das Erdklima
Neben Russland gibt es auch wissenschaftliche Stimmen, die auf Unsicherheiten in der Klimadynamik hinweisen. Ein Beispiel ist Prof. Nir Shaviv, ein israelischer Astrophysiker, der sich auf Sonnenaktivität und deren Einfluss auf das Erdklima spezialisiert hat. Shaviv betont, dass Klimaveränderungen schon immer Teil der Erdgeschichte waren und wahrscheinlich nie vollständig verschwinden werden. Wie er es zusammenfasst: „Klimaveränderungen gab es schon immer und sie werden wahrscheinlich nie ganz verschwinden. Aber CO₂‑Emissionen spielen nicht die Hauptrolle. Periodische Sonnenaktivität tut das.“
Viele Experten (vor allem in westlichen Institutionen) erwidern: Das sind nur Wetterextreme in einem langfristig weiter erwärmenden Klimasystem – einzelne kalte Winter beweisen nichts, der Trend geht nach oben. Auch wenn es an einigen Orten ungewöhnlich kalt ist, bedeutet das nicht, dass die globale Erwärmung aufgehört hat – lokale Wetterextreme sagen nichts über langfristige, weltweite Trends aus. Die Effekte der Sonne sind zu klein, und der langfristige Trend geht durch CO₂ und andere Gase weiter nach oben – 2025 war trotz alledem eines der wärmsten Jahre überhaupt.“
Die Wahrheit?
https://en.wikipedia.org/wiki/January_2026_North_American_winter_storm
https://watchers.news/2026/01/26/north-america-winter-storm-january-2026/
https://www.euronews.com/2026/01/27/moscow-sees-heaviest-snowfall-in-over-200-years
https://www.itv.com/news/2026-01-28/russia-moscow-record-snowfall
https://english.news.cn/20260129/moscow-snowiest-month-in-200-years
NASA/NOAA Solar Maximum Ankündigung (Oktober 2024):
https://svs.gsfc.nasa.gov/14683
https://www.swpc.noaa.gov/news/joint-solar-maximum-announcement-nasa-and-noaa
https://svs.gsfc.nasa.gov/14685
Isaac Newton – Baryzentrum in Principia Mathematica (Buch III, Schwerpunkt Sonne/Planeten):
https://en.wikipedia.org/wiki/Philosophi%C3%A6_Naturalis_Principia_Mathematica
https://plato.stanford.edu/entries/newton-principia
https://planetpailly.com/2023/01/09/sciency-words-barycenter-2
https://en.wikisource.org/wiki/Page:Newton%27s_Principia_(1846).djvu/408
https://svs.gsfc.nasa.gov/5344 https://www.swpc.noaa.gov/products/solar-cycle-progression