Am 28. Februar 2026 beginnt mit der Operation „Brüllen des Löwen“, dem israelischen Codenamen, und „Operation Epic Fury“, dem US-Codenamen, ein neues Kapitel im Nahostkonflikt. Berichten zufolge planen oder führen die USA und Israel mögliche Militäroperationen gegen den Iran durch – am helllichten Tag, kurz nach Runden laufender Atomverhandlungen über Oman und Genf. Tomahawks und israelische Jets schlagen nahe dem Büro des obersten Führers Ali Khamenei ein, Teheran versinkt in Rauch. Gleichzeitig fordert US-Präsident Trump in einem Video-Statement auf Truth Social die iranische Bevölkerung zum Regimewechsel auf und spricht von der Zerstörung der iranischen Raketenindustrie und Marine.

Es sei angemerkt, dass beim Durchgehen des Sachverhalts kaum belegbare Gegenargumente zu den im Folgenden dargestellten Ereignissen existieren; vieles, was als mögliche Rechtfertigung Israels oder der USA genannt wird, basiert auf wiederholten Narrativen, Spekulationen oder politischen Interpretationen, die faktisch nicht nachweisbar sind. Seit 1984 wurde wiederholt behauptet, der Iran stehe kurz davor, eine Atombombe zu entwickeln – eine Bedrohung, die sich bis heute nicht bestätigt hat. Schon der Krieg im Irak wurde mit ähnlichen Begründungen eingeleitet, und später stellte sich heraus, dass es dort keine Atomwaffen gab.

Die Bundesregierung hat den monatelang hinter dem Schleier angeblicher Verhandlungen mit Teheran vorbereiteten israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran mit keiner Silbe verurteilt. Am Samstag hieß es aus dem Auswärtigen Amt, Berlin sei vorab informiert gewesen. Mit sichtlichem Stolz wurde verlautbart, Außenminister Johann Wadephul sei als erster ausländischer Minister von Israel über den bevorstehenden Militäreinsatz informiert worden.

Es handelt sich um einen Angriffskrieg auf den Iran  ohne UN-Mandat und ohne aktuellen bewaffneten Angriff auf das angreifende Land – eine mögliche Verletzung des Gewaltverbots nach Artikel 2 Absatz 4 der UN-Charta. Während Russland für einen ähnlichen Bruch weltweit sanktioniert und isoliert wird, bleibt der Westen diesmal still. Keine Sanktionspakete, keine Empörungswellen. Natürlich kann radikaler oder politischer Islam zu einem echten Problem führen und stellt für viele eine ernsthafte Bedrohung dar – besonders im Iran. Dennoch zeigt die Geschichte, dass diese Art von Regimewechsel in der Vergangenheit noch niemals funktioniert hat – weder im Irak, noch in Afghanistan oder in Syrien, denn der Wille zu Veränderungen muss aus dem eigenen Land kommen. Bei der Krim 2014 kann man noch argumentieren, dass genau dieser innere Wille bei den meisten Menschen vorlag – was den Unterschied unterstreicht.

Regimewechsel in Teheran

Das zentrale Ziel ist und bleibt ein Regimewechsel in Teheran. Dieses Ziel verfolgt die israelische Führung – insbesondere Benjamin Netanyahu – seit über 30 Jahren, um die letzte verbliebene regionale Macht zu eliminieren, die die israelische und US-amerikanische Hegemonie im Nahen Osten bedroht. Das funktionierende Atomabkommen JCPOA von 2015 mit Beteiligung von EU, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland wurde 2018 von Trump einseitig gekündigt. Verhandlungen wurden 2023 wieder aufgenommen und standen kurz vor einem Abschluss. Kurz vor dem Angriff hatten die USA und Iran noch über das Atomprogramm verhandelt. Diplomaten aus Oman, die als Vermittler fungierten, berichteten, dass beide Seiten bei den wichtigsten Punkten Fortschritte gemacht hatten und eine Einigung möglich schien. Trotzdem begann der militärische Angriff – obwohl eine diplomatische Lösung noch in Reichweite war.

Während Außenminister Wadephul noch verbal die Mullahs attackiert, schließt der Iran faktisch direkt am ersten Tag die Straße von Hormus. Die Revolutionsgarde sendet per VHF-Funk an alle Schiffe die Warnung, dass kein Schiff mehr passieren darf. Versicherungen weigern sich danach, Schiffe zu versichern, Reedereien stoppen die Durchfahrt freiwillig aus Angst vor Angriffen, und der Verkehr bricht fast vollständig ein – Hunderte Tanker ankern draußen im Golf. Im Iran-Irak-Krieg von 1980 bis 1988 organisierten die USA noch Konvois; heute ist das durch Drohnen, moderne Anti-Schiff-Raketen und Minen unmöglich.

Die Frage, was das für Deutschland bedeutet, bleibt von der Politik unbeantwortet. Da wir wegen der Sanktionen kein Öl mehr von Russland kaufen, könnte es eng werden – wenn die restlichen Wege nun versperrt sind. Deutschland ist stark abhängig von US-Lieferungen und zahlt höhere Preise. Der Iran führt nun gezielte Angriffe auf militärische Stationen und CIA-Stellen in arabischen Golfstaaten durch – primär gegen US-Personal, obwohl zivile Opfer in Kuwait, UAE, Bahrain und anderswo gemeldet werden. Damit hatte man in dieser Form offenbar nicht gerechnet. Drei US-Soldaten sind bereits getötet worden.

Stimmung im Iran ist stark gespalten

In einigen westlichen Medien wurde teils zustimmend über den Angriff berichtet. Man muss das System nicht gut finden – aber auch hier wird die Mentalität der Bevölkerung massiv unterschätzt. Iranische Staatsmedien bestätigen nun, dass der oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, gestorben ist. In Teilen des Landes wurde dieser Mann verehrt wie eine göttliche Figur. Khameneis Tod wird nun als „Karbala 2.0“ in die schiitische Mythologie eingebaut und führt zu Trotz und genau der entgegengesetzten Stimmung.

Denn die Stimmung im Iran ist stark gespalten: Während Regime-Unterstützer in Massen trauern und Rache schwören mit Beerdigungen und Massenprotesten, feiern Oppositionelle und junge Leute offen auf den Straßen – mit Tanz, Feuerwerk und Musik in Teheran, Isfahan, Karaj und anderen Städten. Viele sehen Khameneis Tod als Chance für Freiheit und Regimeende, aber die Armee und IRGC halten die Macht, und Internet-Abschaltungen machen es schwer, die wahre Stimmung einzufangen. In den USA und Deutschland feiern Tausende, fordern Revolution und rufen „King Reza Pahlavi“ – den Sohn des letzten Schahs. Wollen die Iraner das wirklich? Viele wollen es – jahrelange Proteste von 2019 bis 2022 und die Frauenproteste zeigen tiefe Unzufriedenheit mit Unterdrückung, Wirtschaftskrise und Korruption. Aber Loyalisten sehen den Angriff als „Krieg gegen Muslime“ und mobilisieren für den Widerstand.

 

Vor wenigen Minuten wurden erste Videos veröffentlicht, die Proteste gegen die USA zeigen. Nach der Ermordung des iranischen Führers Khamenei haben in Bagdad, Irak, Massenproteste begonnen.Demonstranten versuchen, zur US-Botschaft vorzudringen, und es kommt zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften.

Internationale Reaktionen

Europäische Führer wie von der Leyen, Merz, Macron und Starmer verurteilen ausschließlich die iranischen Vergeltungsschläge gegen arabische Nachbarn – nicht den US-israelischen Angriff selbst. Norwegen und Spanien verurteilen den Angriff klar. Die westliche Moral ist für viele Länder offensichtlich: Russland wird für die Ukraine verurteilt, der Angriff auf den Iran wird ignoriert – das führt zu einem massiven Verlust von Glaubwürdigkeit im Globalen Süden.

Nach Medienberichten äußerte Netanyahu in jüngsten Reden im Februar 2026, dass radikaler Islam – sowohl schiitisch als auch sunnitisch – eine zentrale Bedrohung darstellt und Israel eine eigene Achse gegen diese aufbauen müsse. Einige Analysten oder Kritiker spekulieren, dass in einem erweiterten Einflussbereich Israels Länder wie Türkei, Katar oder Pakistan eine Rolle spielen könnten. Manche Kritiker sehen darin das langfristige Ziel eines erweiterten israelischen Einflusses bis zum Nil.

In diesem Zusammenhang warnte Hannah Arendt 1944 in ihrem Essay „Zionism Reconsidered“ davor, dass ein jüdischer Staat, der gegen den Willen der arabischen Bevölkerung gegründet wird und sich primär auf militärische Gewalt sowie auf dauerhafte externe Unterstützung stützt, langfristig nicht als freie, lebendige Gesellschaft überleben kann. Sie schrieb, ein solcher Staat würde zu einem reinen „Kriegerstaat“ degenerieren – vergleichbar mit dem antiken Sparta: ständig belagert, vollständig auf physische Selbstverteidigung fixiert und gezwungen, alle anderen Lebensbereiche unterzuordnen. Ob das so ist oder welcher Hintergrund wirklich eine Rolle spielt, lässt sich schwer einordnen.

Globale und regionale Konsequenzen

Die faktische Blockade der Straße von Hormus – ausgelöst durch Warnungen der iranischen Revolutionsgarde und durch massive Risikoeinschätzungen von Versicherern und Reedereien – treibt die Energiepreise weltweit bereits stark in die Höhe und hat spürbare wirtschaftliche Folgen. Die Sperrung der Straße von Hormus könnte im Interesse von Donald Trump gelegen haben, da die USA so Einfluss auf die weltweiten Energiemärkte gewinnen können. Deutschland, das aufgrund der Sanktionen gegen Russland kein russisches Öl mehr bezieht, ist dadurch noch stärker auf US-Lieferungen angewiesen und zahlt entsprechend höhere Preise.

Hinzu kommt eine tiefe religiöse Dimension: Khameneis Tod wird in schiitischen Kreisen als „Karbala 2.0“ wahrgenommen – ein schwerer Angriff auf ihre Religion. Schiiten, die etwa 10 bis 15 Prozent der rund 2 Milliarden Muslime weltweit ausmachen und vor allem in Iran und Irak leben, könnten das als existenzielle Bedrohung empfinden. Das birgt das Risiko von Rebellionen in Golfstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten; Hunderte Millionen Menschen könnten sich gegen die USA und Israel wenden.

Statt das Regime zu stürzen, könnte der Krieg es paradoxerweise um Generationen verlängern: Keine Opposition übernimmt die Macht, da Armee und Revolutionsgarden die Kontrolle behalten. Dann wird der Iran nicht besiegt, sondern gerät in jahrzehntelange Instabilität. Besonders tragisch sind die Zivilopfer: Die erste Attacke tötete über 100 Menschen in einer Mädchenschule nahe Minab, Hunderte weitere wurden verletzt – laut iranischen Angaben nahe einer Militärbasis. Soviel zur Freiheit von Frauen und Kindern, die als Begründung für den Einsatz angeführt wird. Langfristig wird laut US-Geheimdiensten diskutiert, dass der Iran ein Atomwaffenprogramm in Erwägung ziehen könnte. Eine Eskalation bis hin zu einem dritten Weltkrieg ist nicht auszuschließen – Russland und China unterstützen Iran bereits geopolitisch und wirtschaftlich.

Man kann nur hoffen, dass dieser Konflikt aus verschiedenen Gründen schnell endet. Denn was bisher kaum im Raum steht: Wenn der Krieg gegen den Iran länger dauert, könnte China das nutzen und Taiwan angreifen oder stark bedrohen. China will Taiwan wieder vereinigen – also die Insel offiziell zu einem Teil Chinas machen und die volle Kontrolle übernehmen. Die USA wären dann voll im Nahen Osten beschäftigt und hätten kaum noch Schiffe, Flugzeuge und Munition übrig, um an Taiwans Seite zu stehen.

Die Zukunft?

Man redet bereits vom Sohn des Schahs als möglichen Nachfolger – er selbst steht bereit. Doch wer hat den letzten Schah, Mohammad Reza Pahlavi, eigentlich weggepuscht? 1979 stürzte die Islamische Revolution den Schah – angeführt von Ayatollah Khomeini und einer breiten Koalition aus Klerikern, Linken, Intellektuellen und dem Volk. Die Gründe waren seine autokratische Herrschaft, die Unterdrückung durch die SAVAK-Geheimpolizei und Folter, Korruption, wirtschaftliche Ungleichheit und die starke Abhängigkeit vom Westen.

Der Schah galt als US-Marionette, da CIA und MI6 ihn 1953 durch einen Putsch gegen den demokratisch gewählten Premierminister Mossadegh installiert hatten – wegen der Ölnationalisierung. Die USA tragen nach Ansicht vieler Historiker eine Mitverantwortung an der Entfremdung, die später zur Revolution und zur heutigen Islamischen Republik führte. Es ging um Ölinteressen, nicht um Demokratie, nicht um Frauen und Kinder, nicht um den Glauben. Die Revolution wollte Freiheit – endete aber als Gottesstaat.

https://www.jns.org/netanyahu-speaks-of-new-axis-to-encircle-sunni-shia-threats

https://www.aljazeera.com/news/2026/2/23/turkish-threat-talked-up-israel-netanyahu-focuses-new-alliances

https://www.middleeastmonitor.com/20260223-netanyahu-speaks-of-forming-alliance-against-sunni-and-shia-axes-including-arab-states

https://www.gov.il/en/pages/event-conference240226

https://www.csis.org/analysis/operation-epic-fury-and-remnants-irans-nuclear-program

https://www.washingtoninstitute.org/policy-analysis/epic-fury-and-roaring-lion-war-scenarios-pressing-postwar-questions-iran

https://www.fddaction.org/policy-alerts/2026/02/28/policy-alert-u-s-launches-operation-epic-fury-to-eliminate-irans-nuclear-and-missile-threats

https://breakingdefense.com/2026/02/us-israel-launch-massive-and-ongoing-operation-inside-iran

https://en.wikipedia.org/wiki/2026_Israeli%E2%80%93United_States_strikes_on_Iran

https://www.spglobal.com/energy/en/news-research/latest-news/crude-oil/022826-iran-claims-hormuz-is-shut-down-after-irgc-threat-to-shipping-tasnim

https://www.aljazeera.com/news/2026/3/1/how-us-israel-attacks-on-iran-threaten-the-strait-of-hormuz-oil-markets

https://www.reuters.com/world/middle-east/irans-revolutionary-guards-tell-ships-passage-through-strait-hormuz-not-allowed-2026-02-28

https://www.aljazeera.com/news/2026/3/1/iran-begins-40-day-mourning-after-khamenei-killed-in-us-israeli-attack

https://en.wikipedia.org/wiki/Assassination_of_Ali_Khamenei

https://www.reuters.com/world/middle-east/more-strikes-aimed-iran-after-us-israeli-assault-kills-supreme-leader-2026-03-01

https://www.ainvest.com/news/german-foreign-minister-foreign-minister-informed-morning-israeli-counterpart-sa-ar-imminent-start-military-operations-ministry-official-2602

https://www.devdiscourse.com/article/law-order/3821169-german-foreign-minister-first-to-be-informed-of-imminent-military-action-against-iran

https://www.pbs.org/newshour/world/read-trumps-full-statement-on-iran-attack

https://www.cnn.com/2026/02/28/politics/regime-change-iran-trump

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