Meinung.
Der Name „Grönland“ (altnordisch „Grœnland“) stammt aus einer natürlichen Warmphase – der Mittelalterlichen Warmzeit (ca. 950–1250 n. Chr.). Erik der Rote gab der Insel um 982 diesen Namen, um Siedler anzulocken. In den südwestlichen Küstenregionen (Fjorden) war es damals milder mit mehr Gras und Vegetation für Vieh. Die Wikinger siedelten dort bis ca. 1450, bis zur Kleinen Eiszeit (ca. 1300–1850). Da es kälter wurde, verschwanden die Kolonien.
Heute ist es eine fast komplett vereiste Insel im hohen Norden – Grönland (auf Grönländisch: Kalaallit Nunaat, „Land der Menschen“). Größer als Deutschland, Frankreich und Italien zusammen, aber nur von etwa 57.000 Menschen bewohnt, hauptsächlich von den Inuits. Diese Insel gehört offiziell zu Dänemark (als autonomes Territorium), ist aber strategisch extrem wichtig und über Jahrzehnte immer wieder im Blick der USA. Und genau jetzt, im Januar 2026, redet US-Präsident Donald Trump wieder sehr laut davon, Grönland zu „kaufen“ oder sogar „auf die harte Tour“ zu übernehmen – notfalls mit militärischer Gewalt. Es sollte sich also in Europa niemand Illusionen machen, ob Trumps Rhetorik zu Grönland ernst gemeint ist. Trump meint es ernst, davon ist auszugehen.
Trump sagt wörtlich: „Wenn wir es nicht tun, werden Russland oder China Grönland übernehmen – und wir wollen weder Russen noch Chinesen als Nachbarn haben.“ Warum ist das plötzlich so? Der Klimawandel trägt zu einem langfristigen Rückgang des arktischen Eises bei, wie Studien seit den 1990er zeigen – allerdings in den letzten 10–20 Jahren (besonders Sommer-Temperaturen) gibt es auf den Bergen oder Rückgänge an vielen Stationen wieder Eiswachstum.
Das schmelzende Eis öffnet neue Seewege – und neue Machtkämpfe
Früher aber, war die Arktis fast das ganze Jahr zugefroren. Schiffe konnten nicht durch. Aber durch die Erderwärmung taut das Eis an verschiedenen Stellen. Schon bald werden einige neue Schifffahrtsrouten ganzjährig befahrbar.Die wichtigsten Routen: Northern Sea Route (entlang der russischen Küste): Russland kontrolliert sie schon stark, baut Eisbrecher und Häfen aus. China kooperiert eng („Polar Silk Road“) und testet schon Schiffe darauf – die Route kürzt den Weg von Asien nach Europa um bis zu 40 %, spart Zeit, Treibstoff und Geld. Die Northwest Passage (durch kanadische Arktis und um Grönland herum): Diese würde Asien mit Nordamerika und Europa verbinden – noch kürzer als der Suez- oder Panamakanal und die Transpolar Route (direkt über den Nordpol): Die kürzeste überhaupt, aber noch ist sie mit Eis bedeckt.

Grönland gehört zu Dänemark – und Dänemark ist NATO-Mitglied, genau wie die USA. Die NATO basiert auf Artikel 5: Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle.
Wenn Trump militärisch Druck macht oder eingreift, wäre das ein Angriff eines NATO-Mitglieds auf ein anderes – etwas, wofür die Allianz nie gebaut wurde. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagt klar: „Das wäre das Ende der NATO.“ Europäische Länder müssten Dänemark verteidigen – gegen die USA. Das ist absurd und würde die Allianz implodieren lassen. Trump kritisiert die NATO ständig („Europa zahlt zu wenig“) und droht immer wieder auszusteigen. Viele sehen Grönland als Vorwand, die Allianz zu schwächen, da er sie eh für überflüssig hält. Die EU will nun durch Sanktionen die Übermahme Grönlands verhindern.
Die Grönländer selbst wollen meist weder Dänen noch Amerikaner dominieren – sie wollen selbst entscheiden. Seit dem Selbstregierungsgesetz 2009 kann Grönland Unabhängigkeit erklären – per Referendum der Bevölkerung, gefolgt von Verhandlungen und Zustimmung des dänischen Parlaments. Viele Grönländer wollen das: Umfragen zeigen, dass 60–70 % der 57.000 Einwohner (meist Inuit) Unabhängigkeit anstreben, besonders jetzt durch den Trump-Druck. Der Premierminister Grönlands Múte Egede hat das kürzlich betont: „Wir entscheiden selbst über unsere Zukunft.“ Auch in Deutschland forderten Linke bereits: „Grönland den Grönländern“.

In Sibirien haben Menschen (Russen, indigene Völker, Pioniere) über Jahrhunderte hinweg trotz extremer Kälte, Permafrost, Taiga-Sümpfen und -50 °C Wintern unglaublich viel aus der Region gemacht. Sie haben die Transsibirische Eisenbahn (9.288 km) in nur 25 Jahren (1891–1916) gebaut – mit Zehntausenden Toten durch Kälte, Unfälle und Krankheiten. Städte wie Nowosibirsk (heute 1,6 Mio. Einwohner), Krasnojarsk oder Norilsk aus dem Nichts hochgezogen – oft unter härtesten Bedingungen. Pipelines, Minen, Häfen und Straßennetze errichtet, die bis heute funktionieren. Das alles mit harter, oft brutaler Arbeit – freiwillig, gezwungen, unter Stalin oder in der Zarenzeit. Sibirien ist inzwischen eine wirtschaftliche Power-Region (Öl, Gas, Metalle), mit eigener Industrie und Millionen Menschen. In Sibirien wurde trotz extremer Kälte und oft brutaler Zwangsarbeit eine Infrastruktur geschaffen, die bis heute funktioniert. Man muss das nicht gut finden – im Gegenteil. Man möchte gar nicht wissen, wie diese Menschen gelebt und gelitten haben. Aber es zeigt auch: Ohne massive Eigenleistung bleibt eine Region arm und abhängig.
Die Kultur ist wunderschön und respektvoll gegenüber der Natur
In Grönland hingegen ist trotz ähnlich extremer Bedingungen sehr wenig vergleichbare Eigenentwicklung und Infrastruktur entstanden. Die Inuit haben sich über Jahrhunderte genial an die Natur angepasst mit Jagd, Überleben im Eis und einem Leben in Harmonie mit der Umwelt. Diese Kultur ist wunderschön und respektvoll gegenüber der Natur – ein schönes Konzept, was vermutlich wünschenswert wäre. Aber es reicht nicht aus, um eine moderne Gesellschaft mit all ihren Anforderungen zu finanzieren und aufzubauen. Es gibt kaum Straßen, insgesamt sind nur etwa 150 km auf einer Fläche größer als Deutschland, Frankreich und Italien zusammen ausgebaut, keine verbindenden Eisenbahnen, kein nationales Stromnetz, viele Orte laufen noch mit Diesel-Generatoren, keine eigenständige Gesundheitsversorgung und kein eigenfinanziertes Schulsystem, beides wird fast vollständig von Dänemark bezahlt, nur wenige aktive Minen, obwohl riesige Vorkommen an seltenen Erden, Uran, Öl und Gas existieren, weil nichts aus eigener Kraft gestemmt wurde. Stattdessen wurde vor allem finanziert, angepasst und überlebt.
Dieses ist einfach ein Kontrast: harte, langfristige Eigenarbeit versus externe Finanzierung. Und ja, das macht den Unterschied in der Infrastruktur und Freiheit spürbar. Wie sagte schon Adolph Diesterweg (1790–1866): „Die Freiheit wird einem nicht angeboren, sie wird nicht geschenkt, sie will erarbeitet sein.“ Solange die Menschen in Grönland nur durch Finanzierung anderer leben, ihr ganzes System von einem anderen Land bezahlt wird, wird der Begriff Freiheit leider immer nur ein schöner Begriff bleiben. Und das weiß auch Donald Trump.
Was das für die Welt bedeuten könnte?
https://www.globaltimes.cn/page/202601/1352825.shtml
https://www.theguardian.com/world/2025/aug/27/denmark-pm-apologises-over-physical-and-psychological-harm-caused-by-iud-scandal
https://apnews.com/article/02cf322ceb3bc542e6304ff4695204eb
https://www.reuters.com/business/healthcare-pharmaceuticals/denmark-apologises-involuntary-birth-control-greenland-2025-08-27/
https://www.lemonde.fr/en/international/article/2025/02/02/greenland-a-coveted-arctic-territory_6737700_4.html
https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/APuZ_2025-38_online_Groenland_0.pdf
https://en.wikipedia.org/wiki/Spiral_case
https://en.wikipedia.org/wiki/Little_Danes_experiment
https://www.berliner-zeitung.de/news/daenemark-sagt-entschaedigungen-fuer-aus-groenland-verschleppte-kinder-zurueck-li.171521